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Zeitreise
Von den ersten Bodenfunden bis zur Gegenwart – ein Überblick über die Geschichte unserer Stadt, zusammengetragen vom Heimat- und Geschichtsverein Ückheim e. V.
Vor- und Frühgeschichte
Aus dem Gebiet unserer Stadt sind zahlreiche vorgeschichtliche Bodenfunde bekannt, die im Archiv des Heimat- und Geschichtsmuseums verwahrt werden. Der Überlieferung nach verlief in römischer Zeit eine kleinere Handelsroute entlang des Mainufers; der bis heute beliebte „Römerpfad“ im Westen der Stadt erinnert daran.
Mittelalter
Ückheim entstand als kleiner Fischer-, Handwerker- und Mühlenort an verkehrsgünstiger Lage zwischen Main und Ück. Aus dieser Zeit stammt auch die bis heute gepflegte Verehrung unseres Stadtpatrons St. Ückerus. Die erste urkundliche Erwähnung Ückheims geht auf das 12. Jahrhundert zurück, die Stadtgründung wird auf das späte 13. Jahrhundert datiert.
Der Heilige St. Ückerus
Der heilige Ückerus (lat. Sanctus Uckerus) gilt als Schutzpatron des Ücktals und der Stadt Ückheim. Nach überwiegender Ansicht der Mediävistik entstand die Figur vermutlich im 12. Jahrhundert durch die Fehlinterpretation früher Klosteraufzeichnungen, in denen lediglich von Wundern „ad Uckam“ („an der Ück“) berichtet wurde. Spätere Abschriften machten daraus offenbar eine Person. Dennoch entwickelte sich um Ückerus ein bedeutender regionaler Pilgerkult und mehrere Gemeinden behaupteten gleichzeitig, er habe hauptsächlich in ihren Gefilden gewirkt. Ihm zugeschrieben werden unter anderem die wundersame Verlängerung der Haltbarkeit von Fastensuppe sowie die Fähigkeit, Reisende genau dann vor Regen zu warnen, wenn es bereits zu spät war.
Besondere Bekanntheit erlangten die vielen angeblichen Reliquien des Heiligen. Allein im Ücktal beanspruchten zeitweise fünf Kirchen das letzte authentische Knochenfragment. In der Ückeruskirche zu Ückheim wurde am 20. Mai 2004 feierlich ein „kleinerer, nicht eindeutig zuordenbarer Knochen von traditioneller Ückerus-Zuschreibung“ im Hauptaltar eingelassen. Die Einzugsmusik wurde vom örtlichen Bläserkreis Goldspatzen vorgetragen.
Neuzeit
Während der frühen Neuzeit blieb Ückheim überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Im 19. Jahrhundert entstanden mehrere kleinere Gewerbebetriebe, darunter eine regional bekannte Zaunmanufaktur sowie eine Wollspinnerei. Mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz verbanden sich große Hoffnungen auf einen wirtschaftlichen Aufschwung.
Der Exportschlager Ückbräu
Zu den kleineren Gewerbebetrieben jener Zeit zählte auch die Brauerei am Ücker Eck, die mit ihrem Bier „Ückbräu“ Ückheim zu einer ersten, eher zweifelhaften überregionalen Bekanntheit verhalf. Einige Historiker vertreten die Theorie, dass Hugo Kauffmanns Gemälde „Schlechtes Bier“ von 1882 nach einem Abend im damaligen Wirtshaus Ücker Eck entstanden sein soll.
Gebraut wird Ückbräu längst nicht mehr, doch Überbleibsel tauchen bis heute an den abwegigsten Orten auf. So fand ein deutscher Tourist Anfang der 2000er-Jahre auf einem Gemüsemarkt tief in der argentinischen Pampa eine alte Transportkiste der Marke, die mittlerweile im Bestand des Heimat- und Geschichtsmuseums verwahrt wird. Sie trägt den bis heute nicht abschließend geklärten „Werbeslogan“ von Ückbräu: „Illic enim bufones coeunt — in aqua.“ In der am wenigsten anstößigen Lesart bedeutet der Satz etwa: „Denn im Wasser versammeln sich die Kröten.“ Viele Latinist*innen weisen jedoch darauf hin, dass jenes Versammeln in diesem Kontext wohl eher im Sinne der Paarung gemeint ist.
Ein eiserner Verfechter der Marke war ausgerechnet Rudolf Klobauer, der in dem Bier die „reinste und vollkommenste Form der Gaumenfreude“ sah.
Verlust und Wiedererwerb der Stadtrechte
Im 19. Jahrhundert verlor Ückheim im Zuge von Verwaltungsreformen des Regierungsbezirks Wurmloch zeitweise seine Stadtrechte. Der spätere Wiedererwerb erfolgte in eingeschränkter Form, wobei die kommunale Eigenständigkeit unserer Stadt erhalten blieb.
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