Liebe T.
Es ist Freitag und ich bin der Letzte in der Abteilung. Ich bin länger geblieben, um mit diesem Brief endlich etwas Klarheit zu finden… in diesem Wirbelsturm der Emotionen, in den du mich gestürzt hast!
Ich weiß noch nicht, ob dich diese Zeilen je erreichen werden. So vieles spricht dagegen. Du bist verheiratet, hast Kinder, Pläne für den Sommer… da passt ein Herbert nicht mehr rein, das weiß ich. Und trotzdem. Was, außer der Liebe, kann denn noch soziale Grenzen sprengen? Jetzt werde ich schon wieder theatralisch. Aber das steht mir ja, wie du gesagt hast.
Ich muss aufhören. Die Putzkraft klopft und scheint Hilfe mit dem Wägelchen zu brauchen.