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Ückheims Stadtteile
Altstadt
Rund um den historischen Marktplatz der Altstadt reihen sich sympathisch schiefe Fachwerkhäuser und einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Ückheims aneinander. Vom spätgotischen Torbogen aus blickt man direkt auf den Froschliese-Brunnen, um den sich zahllose lokale Mythen ranken. Im Herbst starten von dort aus die schaurigen Nachtwächterführungen. Im Rudolf-Klobauer-Haus sowie im Heimat- und Geschichtsmuseum lässt sich die Stadtgeschichte Ückheims von den ersten Bodenfunden bis zur Gegenwart erleben. Direkt außerhalb der alten Stadtmauern liegt das im 18. Jahrhundert erbaute Schloss Ückheim. Der dazugehörige Schlosspark ist Schauplatz des alljährlichen Mittelalterfests. Und wer vom Sightseeing genug hat, der wird in einem der vielen gemütlichen Lokale und Schankwirtschaften sicher gut bedient — von Äbbelwoi bis Tapas ist alles dabei.
Klobauerhöhe
Die Klobauerhöhe ist die urbane Lunge Ückheims. Rund 3.800 Einwohner*innen teilen sich hier einen Quadratkilometer. Herzstück des Stadtteils ist die geschäftige Einkaufsmeile, die seit den frühen 1970ern nur marginale bauliche Entwicklungen erfahren hat und so einen ganz eigenen stadthistorischen Schauwert mit sich bringt. Das mit sieben Läden und einem Passfotoautomaten bestückte Ringcenter ist unter anderem für Hessens kürzeste Rolltreppe bekannt. In seiner Umgebung haben sich zahlreiche Büros angesiedelt, darunter die Redaktion des Ückheimer Anzeigers. Abends locken Kneipen, Bars und kleine Lokale zum Ausgehen. Gut angebunden ist die Klobauerhöhe ebenfalls. Zwar fährt die Straßenbahn seit 1982 nicht mehr, doch dafür gibt es einen eigenen Bahnhof und eine vergleichsweise hohe Dichte an Bushaltestellen. Durch das Bürgerhaus an der Rudolf-Klobauer-Straße fungiert der Stadtteil außerdem als administrativer Knotenpunkt Ückheims.
Rehwiese
Rehwiese entstand als locker bebautes Wohngebiet nördlich der Ück. Sein Name rührt von seiner früheren Nutzung als kaiserliches Jagdrevier her. Wo früher die Schüsse von Jagdgewehren zu hören waren, erklingen heute die fröhlichen Stimmen zahlloser Kinder, deren Familien es in die behagliche Ruhe des Ückheimer Grüngürtels gezogen hat. Rehwiese bietet verkehrsberuhigte Straßen, einen Abenteuerspielplatz und einen großen Kindergarten. Wer hier wohnt, ist selbst zu Fuß noch schnell im Ückheimer Forst und oben auf dem Ückberg, von dem aus sich ein fantastischer Blick über die ganze Stadt bietet. Auf dem Gelände der ehemaligen Pferderennbahn am anderen Ende des Neubaugebiets steht heute die Bajani-Sporthalle. Am östlichen Rande der Siedlung befindet sich außerdem die St.-Ückerus-Kirche, auf deren Friedhof ein Gedenkstein an den Literaten Rudolf Klobauer erinnert.
Butzbacher Vorstadt
Die Butzbacher Vorstadt entstand als gewachsenes Wohngebiet entlang der Durchfahrtsstraße Richtung Butzbach und zählt zu den jüngeren Teilen der Stadt. Nirgends in Ückheim gibt es so viele Vereine wie hier – ein Umstand, der gerne auf den gemeinschaftlichen Geist der Gründerjahre zurückgeführt wird. Die Pfingstwiese im Nordwesten der Siedlung ist Schauplatz so mancher kleiner Feste, von denen eines jedes Jahr vom dort ansässigen Fußballclub TFC Ückheim ausgerichtet wird. Kleinere Ladengeschäfte entlang der Durchfahrtsstraße und der direkt angrenzende Einkaufspark machen die Butzbacher Vorstadt zu einem viel frequentierten Einkaufsziel. In der Synagogenstraße steht außerdem die ehemalige Synagoge. Eine Plakette und vier Stolpersteine erinnern an die Geschichte des Gebäudes, das heute als Mehrparteienhaus fortbesteht.
Mühlrath
Menschen aus Mühlrath stehen im Ruf, ihr eigenes Ding zu machen. Das mag historische Gründe haben: Bis zur Gebietsreform 1972 war Mühlrath ein eigenständiges Dorf. Heute bildet es den zweiten historischen Ortskern Ückheims und hat sich nicht nur sein dörfliches Flair, sondern auch ein Sonderrecht bewahrt: das sogenannte „Mühlräther Veto“. Geht es um die eigene Feldflur, hat der Ortsbeirat das letzte Wort. Trotz alledem spielt der Stadtteil eine zentrale Rolle im kulturellen Leben Ückheims. Mit der Aal Mihl (Hochdeutsch: Alte Mühle) und dem sagenumwobenen Heidenloch liegen hier gleich zwei beliebte Touristenattraktionen, während das alljährliche Kürbisfest auf dem Spargelhof Menninger als besucherstärkstes Event im Oktober gilt. Und selbst Nachteulen kommen in Mühlrath auf ihre Kosten, wie etwa in der Dorfdiskothek Letz Fetz oder im Kabarett-Theater Schmunzelburg.
Neustadt
Die Neustadt ist so etwas wie das infrastrukturelle Rückgrat Ückheims. Betriebshof, Gewerbegebiet und Wertstoffhof sorgen hier im Hintergrund für einen reibungslosen Stadtbetrieb, während am Hafen der ein oder andere Massengutfrachter für Wellen sorgt. An seine historischen Glanzzeiten kann der Hafen allerdings nicht mehr anschließen. Ihren heutigen Charakter verdankt die Neustadt auch der 1975 begonnenen Großsiedlung. Auf einem ehemaligen Vogelschutzgebiet entstand hier bis 1992, trotz Protesten aus der Bevölkerung, die größte zusammenhängende Plattenbausiedlung im Main-Ück-Kreis. Bereits 1979 zur eigenständigen Nachbarschaft erhoben, zieht die Neustadt mit ihren zahlreichen stillgelegten Firmenflächen und verwaisten Überresten der einstigen US-amerikanischen Infrastruktur heute vermehrt Lost-Place-Enthusiast*innen an. Der angrenzende Ruhwald ist außerdem die Heimat abertausender Waschbären, die es sich auf dem Gelände der verfallenen Ückbräu-Brauerei gemütlich gemacht haben.
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